Vorab möchte ich eine Information weitergeben, die eventuell nicht so ganz klar kommuniziert worden ist - denn weder beim Eintritt ins Museum noch auf der Webseite wird darauf explizit hingewiesen: Der Direktor des Museums möchte offenbar nicht, dass photographiert wird. Ich weiß nicht ob sich das jetzt explizit aufs ganze Museum bezieht oder nur auf den Eingang - mein Twitpic ganz am Ende, nach immerhin zwei Stunden Aufenthalt mit zahlreichen Photos war ja vom Treppenhaus aus gesehen - aber Photos sind ein No-Go.
Nur - und das möchte ich gleich anmerken - steht das nirgends. Weder vorne am Eingang noch irgendwo sonst. Und dann gehe ich als normaler Besucher, der sich vorher informiert hat eigentlich davon aus, dass es kein Problem ist Photos zu machen, vor allem bin ich nicht der Einzige der mit einer Kamera durch das Museum rennt. Und das iPhone ist ja noch sehr dezent, aber teilweise waren halt Leute mit schon semi-professioneller Ausstattung unterwegs. Von daher - wenn man in Rom ist...
Aber zurück zum Erforschen des Dortmunder Us. Fragt man mich nach einem Fazit sage ich, dass es momentan nicht lohnt sich das Dortmunder U anzuschauen, es sei denn man hat definitiv eines der beiden schon installierten Museen dort als Ziel. Das Dortmunder U ist relativ gut vom HBF zu erreichen, zugegeben. Andererseits ist das schon am anderen Ende der City angesiedelt und doch etwas außerhalb. Zudem sind momentan noch Bau- und Revnovierungsmaßnahmen im Gange. Es kann also sein, dass - wie mir heute passiert - weder Rolltreppen noch Lifte funktionieren und man durch den Notausgang das Gebäude verlassen muss. Wer es momentan abenteuerlich mag...
Was vielleicht an der Noch-Baum-Phase gelegen haben mag: Man kommt momentan leider nicht komplett aufs Dach. Die Aussicht hätte ich mir ja gegönnt, echt, aber geht nicht. Desweiteren fehlen im Dortmunder U vernünftige Wegehinweise. Verwirrt bin ich erstmal komplett nach oben gefahren bis ich die Tafel gesehen habe wo ich mich befinde - und der Pfeil zum Museum machte den Anschein als befände sich das ein Stockwerk höher. Wo man halt nicht hinkommt.
Ich habe zuerst das Museum am Ostwall ohne jede Anleitung auf mich wirken lassen und war nach knapp einer Stunde angestrengt und müde. Das neue Museum hat lauter weiße, steril wirkende verwinkelte Räume. Ein Wegleitsystem wo man gerade ist - also bunte Linien oder wenigstens mal ein Hinweis in welcher Reihenfolge sich deranartig lohnt - fehlt vollständig. Leider. So irrte ich also durch die Kunstwerke im Haus, bemühte mich ab und an die viel zu kleine Schrift an den Ausstellungsexponaten zu lesen. Highlight aber: Der interaktive Part, wo man als Besucher aus Dutzenden von Photos - eigenen und Einsendungen von Besuchern, merkwürdig, hier hat man keine Probleme mit Photos? - sein eigenes Werk zusammenstellen kann. Wenn man selbst das nicht photographieren können sollte hat man als Besucher ja eigentlich so gar nichts davon...
Ich habe mir dann einen Audioguide ausgeliehehen - warum gibts den nicht gleich als Podcast bzw. AudioonDemand fürs mobile Endgeräte? MP3s nach den Punkten zu bennen ist kein Problem - der Dienst ist kostenlos. So habe ich wenigstens einiges über die Werke lernen können.
Ich hatte auch das Glück, dass mir zweimal zwei Führungsgruppen entgegengekommen sind - das eine scheinen Museumspädadgogen gewesen zu sein, das andere eine Leute aus der Schweiz oder so. So erfuhr ich etwas über das Education-Programm des Museums und auch etwas über den Aufbau der unteren Räume. Zudem: Lehmbruck lässt grüßen - eine Skulptur des Duisburger Künstlers ist im Museum zu finden. Fasziniert war ich von diesem Stier - aber leider habe ich keine Ahnung wer der Künstler war, noch warum diese kleine Plastik herkommt. (Tut mir Leid, ich bin durch Shelley Bernstein halt total verdorben, man merkts. Aber ihr Vortrag auf der Start-Conference hat doch Spuren hinterlassen...)
Nach knapp drei Stunden Informationsinput muss ich jetzt erstmal Zwischenstation im Hotel machen - oh - ich habe noch nicht erwähnt wo ich bin, richtig? Im NH Hotel Dortmund, an dem ich dauernd vorbeilaufe wenn ich Richtung DortCon unterwegs bin, der DortCon ist ein Treffen von Science-Fiction-Fans. Ein vier Sterne! Mit einem wunderbar großem Nichtraucher-Einzelzimmer und Kitchenette! Sprich: Mikrowelle ist vorhanden und ein Kühlschrank. Hui...
Jetzt erstmal Ruhephase, dann werde ich mal überlegen was ich jetzt tun soll.
Und im Endeffekt habe ich heute einen Gutschein verschenkt: An diesem Wochenende ist das Mueseum Ostwall nämlich für alle Besucher kostenlos zu besuchen. Tja, mein Fehler.